Warum ich keinen Job mehr habe (und auch keinen will)

Ich habe keinen Job. Und ich bin froh darüber.

 

Ich glaube, das muss ich erklären. Einen Job zu haben, das heisst für die meisten Menschen: einen Teil ihrer Lebenszeit irgendwo abliefern und im Gegenzug dafür Geld zu bekommen. Jetzt ist natürlich überhaupt nichts dagegen einzuwenden, für den Lebensunterhalt zu arbeiten – aber fehlt in der schlichten Gleichung „Zeit gegen Geld“ nicht etwas ganz entscheidendes?

 

Mir zumindest hat lange Zeit etwas gefehlt: das Gefühl, meine Zeit, mein Leben, meine Fähigkeiten sinnvoll einzusetzen. Und dafür mehr zu bekommen als einen finanziellen Ausgleich. Das macht für mich den Unterschied zwischen Job und Beruf(ung) aus.

Ein Beruf – das ist etwas, was mir entspricht, was mich als ganzen und einzigartigen Menschen fordert, mich wachsen lässt, mir die Chance gibt, etwas in der Welt zu bewegen. Und das gilt nicht nur für mich. Ich bin sicher, dass in jedem Menschen etwas einzigartiges, etwas besonderes steckt – und das nenne ich jetzt mal eine Berufung.

 

Wenn es gelingt, die in eine berufliche Tätigkeit umzusetzen, dann ist das Resultat mehr als ein bloßer Job. Und die Gleichung „Zeit gegen Geld“ wird nur noch ein Maßstab unter vielen.  Ob das bei Ihnen so ist, das können Sie ganz einfach selber nachprüfen, indem Sie sich ein paar einfache Fragen ehrlich beantworten:

  1. Freuen Sie sich auf den Tag, wenn Sie morgens aufstehen?
  2. Schlafen Sie gut, insbesondere in der Nacht von Sonntag auf Montag?
  3. Kennen Sie das Robinson-Syndrom („Warten auf Freitag“) nur vom Hörensagen?
  4. Strahlen Sie Freude und Begeisterung aus, wenn Sie von Ihrer Arbeit erzählen?
  5. Oder kommt es Ihnen gar so vor, als würden Sie gar nicht arbeiten?

Das wäre dann die höchste Form von „Nicht-Job“: Geld für etwas zu bekommen, das man auch ohne Bezahlung machen würde – einfach nur aus Freude daran.

 

Unerreichbar? Nein. Ein langer Weg? Ja. Und jede lange Reise beginnt mit einem ersten Schritt.

 

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