T.G.I.F.

Kennen Sie diesen beliebten Freitagsgruß in vielen Büros und an vielen Arbeitsplätzen? Gott sei Dank – endlich Freitag. Die Plage der Woche hat ein Ende, das Leben in Form des Wochenendes kann beginnen. Bei manchen Kollegen, so scheint es, sieht man bei dieser Gelegenheit das einzige frohe Gesicht in der ganzen Woche.

 

Mich stimmt das immer ein wenig traurig. Nicht weil ich etwas gegen das Wochenende hätte. Sondern weil die Woche selber für so viele Menschen offenbar wenig oder gar nichts Positives zu bieten hat.  Noch trauriger aber stimmt es mich, wenn selbst Menschen, die ihre Arbeit sonst durchaus mögen, ja sogar lieben, in diesen Gruß einstimmen – also quasi mitjammern. Und beim Jammern ist es wie beim Rauchen: passiv ist es ebenso gefährlich und vergiftend wie aktiv.

 

Klar – es zeigt Empathie und begründet Zugehörigkeit, wenn man in allgemeine Klagelieder einstimmt. Aber es zementiert eben auch die dahinterstehende negative Haltung. Bei mir selbst und bei allen anderen. Denn die Sätze, für die wir viel Zustimmung bekommen, die müssen doch wahr sein! So zumindest ist unser Hirn programmiert. Und selbst wenn wir sie anfangs gar nicht für wahr gehalten haben – durch ständige Wiederholung werden sie es. Und verwandeln sich in ungeprüfte Glaubenssätze, die unser Denken und Handeln leiten.

 

Wer sich also nur oft genug sagt, dass der Freitag der beste Tag der Woche ist und Montag bis Donnerstag nur Robinson-Tage („warten auf Freitag“), die es durchzustehen gilt, der lebt, erlebt und erleidet sie irgendwann auch so.

 

Die gute Nachricht ist: umgekehrt funktioniert das auch. Wenn Sie also zu den Menschen gehören, die ihr Leben, ihre Arbeit und vielleicht sogar ihre Kollegen mögen – sagen Sie das. Machen Sie sich selbst und Ihrer Umgebung den Tag hell. Setzen Sie den allgemeinen Klagen etwas entgegen. Auch wenn Sie erstaunte Blicke ernten. Insgeheim und vielleicht irgendwann auch offen wird der eine oder andere Ihnen zustimmen und damit die Glaubenssätze über die Arbeitswoche positiv mitprägen.

 

Und wenn Ihr Job, Ihr Tag wirklich so mies ist, dass Sie ihn kaum ertragen können, dass er Ihr Leben vergiftet und das der Freitag tatsächlich die einzige Rettung ist? Dann sehen Sie zu, dass Sie da rauskommen! Denn kein Job der Welt ist es wert, daran kaputtzugehen.

 

Für alle anderen aber darf gelten: Gott sei Dank – es ist heute!

 

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