Von der Macht der Zielvereinbarung

Der Jahresbeginn ist in vielen Firmen die Zeit der Kick-off-Meetings und der Zielvereinbarungsgespräche. Bei Ihnen auch? Womöglich schon in diesen Tagen? Großartig!

 

Ich weiss: viele Arbeitnehmer finden das Thema eher lästig. Und leider haben sie oft genug Recht damit. Gedankenlos abgehakte Formulare, vorgegebene und oft genug unerreichbare Ziele und nicht zuletzt Zielvereinbarungsgespräche erst gegen Ende des ersten Quartals, wenn die Weichen für das Jahr de facto längst gestellt sind - das alles trägt dazu bei, dass dieses wichtige Führungsinstrument keinen sehr guten Ruf hat.

 

Trotzdem - grundsätzlich sind Zielvereinbarungsgespräche eine tolle Sache. So toll, dass ich zu Beginn dieses meines ersten Jahres als hauptberuflich Selbständiger auch eines geführt habe. Mit mir selbst. Denn gerade dann, wenn man keine externen Vorgaben hat, ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, was man eigentlich will. Und genau dafür können auch Angestellte die Zielvereinbarung nutzen - egal, ob und wie gut die von ihrem Chef oder Arbeitgeber eingesetzt werden. Und so geht's:

 

1. Kennen Sie Ihr Warum

 

Warum tun Sie, was Sie tun? Wozu stehen Sie morgens auf? Welchen Sinn, welchen Ziel hat Ihre Arbeit? Wohlgemerkt - hier geht es um IHR Warum, nicht um das Ihres Arbeitgebers oder Vorgesetzten. Weshalb ist das wichtig? Ganz einfach: aus dem Warum ergibt sich alles weitere - und ohne ergibt alles weitere keinen Sinn.

 

Ein solches Warum kann ganz unterschiedlich aussehen. "Ich will meine Familie ernähren" kann da ebenso auftauchen wie "Ich will die Welt verändern" oder "Ich will das Geld für ein Haus / eine Weltreise / den Start in die Selbständigkeit verdienen". Egal wie - es ist immer richtig. Solange es Ihr eigenes ist. Main Tipp: seien Sie ehrlich mit sich, alles andere zahlt sich nicht aus!

 

2. Legen Sie Ihre Ziele fest

 

Jetzt erst kommen die Ziele an die Reihe. Dafür gibt es verschiedene Regeln und Methoden mit klangvollen Namen von SMART bis POSITIV. Für meine Zielvereinbarung habe ich zwei Arten von Zielen unterschieden: qualitative und quantitative. Qualitative Ziele, also solche, die einen gewünschten Zustand beschreiben, kommen zuerst. Wie wollen Sie sich in einem Jahr fühlen? Wie sollen Ihr Leben, Ihre Arbeit, Ihr privates und berufliches Umfeld aussehen? Mit was wollen Sie sich beschäftigen? Hier legen Sie fest, wie Ihr Warum konkret aussehen, sich anfühlen, anhören soll.

 

Quantitative Ziele beschreiben dann einzelne messbare Kriterien. Das können Zwischenschritte sein, z.B. "Anfang Juli habe ich mein Kreditkartenkonto ausgeglichen" oder "im März buche ich den Jahresurlaub", aber auch Jahresziele wie "am Jahresende habe ich einen Umsatz von xxx EUR und einen Gewinn von xxx EUR erzielt". Quantitative Ziele und insbesondere Zwischenziele sind präzise messbar und ermöglichen Ihnen zu überprüfen, ob  Sie auf dem richtigen Weg sind, so dass Sie rechtzeitig korrigieren können.

 


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3. Verhandeln Sie

 

Wenn Sie jetzt Ihr Warum und Ihre Ziele kennen, wird es Zeit zu verhandeln. Mit Ihrer Familie zum Beispiel. Mit Ihrem Chef im Zielvereinbarungsgespräch. Oder auch einfach nur mit Ihrem Kalender, wenn Sie sich mehr vornehmen wollen, als ihn 12 Monaten zu schaffen ist. Hier wird es zu mehr oder weniger großen Kompromissen kommen, und Sie werden die eine oder andere Kröte schlucken müssen - insbesondere als Angestellter. Aber das Ergebnis wird mit Sicherheit besser ausfallen, als wenn Sie völlig unvorbereitet losziehen. Am Ende wird ein Ergebnis stehen, dass zumindest in Teilen IHR Ergebnis, IHR Ziel ist!

 

Und wenn Ihre Ziele, Ihr Warum so gar nicht mit den Anforderungen vereinbar sind, die da von außen an Sie herangetragen werden? Dann gilt es ehrlich zu prüfen, ob Sie am richtigen Platz sind. Und die Konsequenzen zu ziehen. Aber dann wissen Sie auch, warum und wofür Sie das tun - und es wird Ihnen viel leichter fallen, Ihren Ort im (Arbeits-)Leben neu zu definieren.

 

3. Schauen Sie unterwegs immer mal wieder um

 

Eines meiner Ziele lautet "Einmal im Quartal überprüfe ich meine Ziele und meine Zielerreichung und nehme ggfs. Korrekturen vor." Dabei können Korrekturen durchaus auch Änderungen der Ziele sein - den das Leben geht auch mit Zielen weiter und hält Überraschungen für uns bereit. Mit denen wir um so besser umgehen können, je genauer wir unser Warum kennen. Denken Sie immer daran: Ihre Ziele sind IHRE Ziele und dienen Ihnen - nicht umgekehrt!

 

Und jetzt wünsche ich viel Erfolg und viel Spaß bei Ihrem Zielvereinbarungsgespräch mit sich selbst - dem einzigen, das wirklich zählt!

 

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