Jobsuche im Netz - was nutzen soziale Medien?

Wenn ich nicht gerade Artikel schreibe, dann kann es vorkommen, dass ich als Bewerbungstrainer vor einer Gruppe Arbeitsuchender stehe. Und eine meiner Lieblingsfragen ist dann: "Wer von Ihnen nutzt soziale Medien?" Die Antwort ist häufig ernüchternd - im Schnitt nur jeder Fünfte oder noch weniger. Schnell sind sich aber alle über eines einig: bei der Jobsuche sind Facebook und Co. nicht zu gebrauchen (am sichersten sind sich da übrigens zumeist die, die selber keinerlei Social-Media-Erfahrung vorweisen können). Und überhaupt ist das doch alles Zeitverschwendung... oder etwa doch nicht?

 

Du ahnst es wahrscheinlich schon - ist es nicht. Nämlich dann nicht, wenn man das passende Netzwerk nutzt und es richtig nutzt. Welches das ist und was Sinn macht, hängt von Deinen persönlichen Zielen ab, von Deiner Qualifikation, Deinen lokalen Präferenzen und noch einigem mehr. Schauen wir doch mal etwas differenzierter auf einige dieser Seiten:

 

Da wäre zunächst einmal Facebook - für viele DER Inbegriff eines sozialen Netzwerkes. Gedacht war Facebook urspünglich mal für private Kontakte im Umfeld einiger amerikanischer College-Studenten. Daraus ist mittlerweile die größte Community der Welt geworden - mit 1,7 Milliarden Nutzern, davon rund 27 Millionen in Deutschland. Das ist schon eine ganze Menge, oder? Leicht vorstellbar, dass einige davon auch Jobs zu vergeben haben oder von welchen wissen. Tatsächlich ist es so, dass Facebook vor allem dann hilfreich ist, wenn man Jobs im lokalen Umfeld sucht - insbesondere im Einzelhandel, in der Gastronomie oder im Handwerk. Gerade Handwerksbetriebe sind hier teilweise aktiv auf der Suche - nicht nur nach Auszubildenden, sondern auch nach gestandenen Mitarbeitern.

 

Insbesondere um Ausbildungsplätze geht es auf Twitter (genau - die mit den 140 Zeichen) und auf WhatsApp.

 

Wesentlich interessanter für berufserfahrene Fach- und Führungskräfte sind da die klassischen Businessplattformen XING und LinkedIn. Hier stehen berufliche Netzwerke und Stellensuche im Mittelpunkt, so dass trotz deutlich geringerer Nutzerzahlen (XING: 9,5 Mio., LinkedIn: 7,5 Mio. deutschsprachige Nutzer) die berufliche Chancendichte erheblich höher sein dürfte als auf Facebook. Dazu tragen auch spezielle Applikationen und Sonderfunktionen für Recruiter und Stellensuchende wie beispielsweise XING ProJob bei. Zur Unterscheidung: XING konzentriert sich auf Deutschland und in gewissem Umfang auf Österreich und die Schweiz, LinkedIn ist internationaler ausgerichtet.

 

Und dann gibt es noch diverse weitere, spezialisierte Netzwerke und Communities - insbesondere auch über Smartphone-Apps.

 

Du merkst schon - Du hast die Chance und die Qual der Wahl. Für welches Angebot Du Dich aber auch entscheidest, für alle gilt: von alleine passiert gar nichts. Aktives netzwerken ist gefragt und will gelernt sein. Wie finde ich die richtigen Kontakte? Wie kriege ich sie dazu, meine Anfrage anzunehmen, wie dazu, mir tatsächlich weiterzuhelfen? Da ist es ein bisschen wie im wirklichen Leben: für eine belastbare Verbindung braucht es Offenheit, Vertrauen - und Zeit. Wer gleich mit der Tür in's Haus fällt ("Hallo, ich bin neu hier. Hast Du einen Job für mich?"), der riskiert eine Abfuhr. Beziehungen wollen aufgebaut werden, bevor sie tragen.

 

Also keine Chance für Neu- und Späteinsteiger? Keineswegs. Denn fast jeder Netzwerkneuling findet dort Personen vor, die er aus dem wirklichen Leben kennt. Freunde, Familie, (ehemalige) Arbeitskollegen... die Liste ist lang. Zu diesen Personen hast Du bereits eine Beziehung und damit auch eine gute Chance, dass sie Dir beim weiteren Ausbau Deines Netzwerkes helfen.

 

Und insbesondere die Businessplattformen ermuntern ihre Nutzer dazu, klar zu artikulieren, was Sie suchen und was Sie anzubieten haben. Je besser Du hier erkennbar bist, desto leichter wirst Du gefunden - als Spezialist für Deine ganz besonderen Fähigkeiten zum Beispiel. Oder als Mensch mit bestimmten Eigenschaften und Vorlieben. Und um Dir die Entscheidung für ein bestimmtes Netzwerk zu erleichtern, folgt jetzt noch eine kurze Übersicht. Und dann liegt die Initiative bei Dir - leg' einfach los!

 


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Und wenn Du noch etwas unsicher bist, wie das mit dem Netzwerken so gehen soll, habe ich eine Empfehlung für Dich: die Vernetzungs-Spezialistin Sabine Piarry bietet immer wieder die Chance, über ihre großartigen Webinare und Selbstlernkurse genau das einzuüben. Hier entlang bitte...

 

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