Die Sache mit der inneren Uhr

 

Es ist 06:00 früh, ich bin an meinem Computer und stelle diesen Artikel fertig. Begonnen habe ich ihn vor zwei Tagen ebenfalls morgens vor dem Frühstück. Das Bild dazu (das mit der netten Eule oben) habe ich dann am Abend ausgesucht und bearbeitet.

 

Warum ich das zu diesen Zeiten mache und nicht zu den üblichen Arbeitszeiten? Das liegt nicht an Schlaflosigkeit oder zu viel Kaffee, sondern an meiner inneren Uhr. Aus der Erfahrung heraus weiß ich inzwischen, zu welchen Zeiten ich besonders gut konzentriert oder auch kreativ arbeiten kann. Und dass diese Zeiten für jeden Menschen anders sind. Wie gut kennst Du Deinen eigenen Tagesrhythmus?

 


Eule oder Lerche - kennst Du Deinen Tagesrhythmus?


 

In den meisten Büros beginnen die üblichen Arbeitszeiten irgendwann zwischen halb acht und neun Uhr. Gegen zwölf Uhr ist Mittagspause, und dann geht es noch mal runde 4 Stunden weiter. In dieser Zeit wird konzentriertes Arbeiten erwartet, das nur von den tariflichen Pausen unterbrochen wird. So weit die Theorie.

 

In der Praxis sieht es oft anders aus. Während die einen morgens auf den letzten Drücker kommen und dann noch eine Stunde und fünf Tassen Kaffee brauchen, um wach zu werden, laufen andere am Nachmittag nur noch auf Sparflamme und schleppen sich mühsam dem Feierabend entgegen. 

 

Gut, wenn es da wenigstens die Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten gibt. Dann kommen die unterschiedlichen Chronotypen der „Eulen“ und „Lerchen“ einigermaßen zurecht und müssen nur noch einen Weg finden, mit dem fast unvermeidlichen Leistungstief von einer bis zu 3 Stunden umzugehen, das fast jeder hat und das sich nicht immer nach den betrieblichen Pausen richtet.

 

Als Freiberufler habe ich es da leichter. Denn ich bin ein Morgenmensch, eine „Lerche". Meine beste Zeit ist morgens zwischen 06:00 und 10:00 Uhr. Dann fällt die Konzentration stetig ab bis in das große Mittagsloch, aus dem ich erst gegen 15:00 oder 16:00 wieder herausfinde. Am späten Nachmittag gibt es dann ein zweites, wenn auch schwächeres Hoch. Gegen 21:00 ist endgültig Schluss. Manche „Eule“ läuft jetzt erst zu Höchstform auf…

 

Was tun also? Morgens wird alles erledigt, was volle Energie, Konzentration und gute Laune verlangt: Artikel und andere längere Texte schreiben, neue Projekte starten, aber auch die berüchtigte "Kröte" schlucken, also die lästigste Arbeit des Tages erledigen. In der Regel überlege ich mir schon am Abend vorher, womit ich morgens beginnen möchte - das hilft mir, zügig loszulegen.

 

Gegen Mittag kommt dann Bürokram dran, der kein großes Nachdenken erfordert. Aus dem Mittagsloch führt mich am besten eine ausgiebige Pause, ein längerer Spaziergang oder eine handwerkliche Arbeit wieder heraus. Wenn viele Büroangestellte schon zum Auto hasten - gegen 16:00 also - beginnt mein ideales Zeitfenster für längere Recherchen und andere Online-Arbeiten, für Treffen und Gespräche. Vor allem die regen mich an und halten die Konzentration dann auch länger oben.

 


Und so bestimmst Du Deinen Chronotypus:


 

Wie findest Du Deinen Chronotypus heraus? Ganz einfach: beobachte Dich selber und notiere Dir, was Du wann tust und wie fit Du Dich dabei jeweils fühlst. Das sagt mehr aus als alle Tests. Wenn Du aber gerne einen machen möchtest, findest Du recht gute Tools in der Karrierebibel oder auch in der NLP-Community.

 

Und wenn Du Deine innere Uhr schon kennst: verhalte Dich danach – soweit es eben geht. Denn sonst droht der „Social Jetlag“, die mehrstündige Abweichung von innerer und äußerer Uhr.

 

 

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