Neustart. Wieder mal.

 

 

Vor zwei Jahren habe ich mal einen Artikel darüber geschrieben, dass und warum ich keinen Job mehr will. Und wie das Leben so spielt: jetzt habe ich doch wieder einen. Aber eigentlich ist es gar kein "Job" - es ist ein Arbeitsvertrag in meinem BERUF. Und das macht den Unterschied!

 

 

Denn wie ich damals schon geschrieben habe:

 

"Das wäre dann die höchste Form von „Nicht-Job“: Geld für etwas zu bekommen,

das man auch ohne Bezahlung machen würde – einfach nur aus Freude daran."

 

Ich kam aus etwas, das viele Menschen als "guten Job" bezeichnen würden: eine mäßig anstrengende und recht gut bezahlte Arbeit (mit Firmenwagen!) in einem erträglichen Umfeld. Nur Freude hatte ich keine daran - und wenn ich die Chance gehabt hätte, wäre ich jederzeit und sofort gegangen. Dass ich diese Chance tatsächlich ständig hatte, wurde mir erst klar. als ich gezwungen wurde sie zu nutzen. Denn an eine schönen Tag im Januar... hat mein Boss mich gefeuert. Einfach so. Mit Abfindung und sofortiger Freistellung.

 

Genial! Das war die Entscheidung, vor der ich mich viel zu lange gedrückt hatte. Die Chance zu tun, was ich tun wollte: Trainer sein. Coach. Berater. Zuhörer. Erklärbär.

 

Nach ein paar Monaten Vorbereitungszeit ging es los. Zunächst selbständig. War gut... nur: wenn ich das schon jeden Tag mache (und jeden Tag gerne!), warum mich dann nicht auch regelmäßig dafür bezahlen lassen? Und warum eigentlich nicht den Untiefen des Sozialversicherungs(un)wesens für Selbständige entkommen? Also habe ich es getan: ich habe einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Und biete meine Dienste jetzt exklusiv über einen Bildungsträger an.

 

Und weißt Du was: ich fühle mich kein bisschen unfreier als vorher. Eher freier, weil ich mir über so viele Dinge keine Gedanken mehr machen muss, die mich zuvor belastet haben.

 

Und wenn sich das mal ändert? Wenn ich mal keine Lust mehr habe? Oder wenn ich mal wieder so ein blödes Gespräch habe wie im Januar 2016? Dann weiß ich, dass es auch ohne die ganze institutionelle Absicherung eines Arbeitsvertrages geht. Und wie es geht. Das ist alle Freiheit, die ich (im Moment zumindest) brauche. Bis dahin habe ich einen Job, der keiner ist. Was will man mehr...

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Steffen Grützki (Dienstag, 29 Mai 2018 21:40)

    Klingt nach: "Alles richtig gemacht".
    Ich gratuliere zum "Nicht-Job" und wünsche dir viel Spaß dabei!

  • #2

    Jens Beckmann (Mittwoch, 30 Mai 2018 07:31)

    Danke, Steffen. In der Tat fühlt es sich genau so an :-)