Zum Umgang mit Bewerbern

Heute richte ich mich mal nicht an Dich, lieber Traumjob-Finder, sondern an diejenigen, die Dir dabei zwangsläufig immer mal wieder begegnen werden: an die Personaler in den Unternehmen, in denen Du Dich bewirbst.

 

 

Liebe Personalsachbearbeiter, HR'ler und Recruiting-Spezialisten,

 

ich habe eine Bitte an Euch: macht Euch bei Eurer Arbeit immer klar, dass Ihr es mit Menschen zu tun habt, nicht mit anonymen "Humanressourcen"! Und geht auch so mit ihnen um - menschlich eben. Und damit meine ich jetzt nicht das Verhalten im Vorstellungsgespräch oder in späteren Personalgesprächen, sondern schon viel früher: im Bewerbungsprozess.

 


Personaler - geht mit Bewerbern menschlich um!


 

Ist Euch eigentlich klar, wie unendlich frustrierend es sein kann, Bewerbung über Bewerbung zu schreiben, in die man viel Hoffnung und viel Mühe bei der Recherche und der Ausformulierung gesteckt hat, und dann noch nicht einmal eine Empfangsbestätigung zu bekommen? Ich weiß ja, dass E-Mail-Bewerbungen dazu verführen, sie einfach wegzuklicken oder irgendwo abzulegen, wenn sie einen nicht sofort fesseln. Schließlich liegt ja keine Mappe auf dem Tisch, deren bloßer Anblick täglich an ihre Existenz erinnert.

 

Aber auch die elektronische Mappe wurde von jemandem verschickt. Und dieser Jemand wartet auf eine Antwort. Das kann doch - gerade per E-Mail - nicht das große Problem sein, oder? Mein Vorschlag für eine Minimalkommunikation wäre:

  • gleich nach Eingang der Mail eine Empfangsbestätigung. Das geht ja sogar automatisiert, sollte also nicht zu viel Mühe machen.
  • nach spätestens einer Woche einen Zwischenstatus: "Bitte haben Sie noch etwa 14 Tage Geduld, wir prüfen noch" beispielsweise. Auch das wäre teilweise automatisierbar, ebenso die Einhaltung der dann genannten Fristen.
  • und nach einer evtl. negativen Entscheidung eine zeitnahe Absage, idealerweise mit einer verwertbaren Begründung. Hier ist jetzt individuelles Eingehen auf die Bewerbung gefragt - aber das erwarten Sie doch umgekehrt von Ihren Bewerbern in Bezug auf die Stellenausschreibung auch!

Und warum solltet Ihr das tun? Nun, zum einen wegen der bereits erwähnten Menschlichkeit und weil es einfach höflich ist. Und zum anderen, weil gute Bewerber auch einen guten Arbeitgeber suchen. Und dazu gehört nun mal eine bestimmte Erwartung an den Umgang miteinander. Da ist Qualität die allerbeste Werbung!

 

Mal im Ernst: wenn mich eine Personalabteilung im Bewerbungsverfahren ignoriert und wie den letzten Dreck behandelt - wie soll ich dann annehmen, dass das später nach meiner Unterschrift unter den Arbeitsvertrag anders sein wird? Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich ein solches Unternehmen als Arbeitgeber weiterempfehlen werde? Wohl eher im Gegenteil: ich werde aktiv abraten. Das kann ja wohl kaum im Eurem Interesse sein... und wenn's Euch egal ist: fragt mal die Kollegen aus der Unternehmenskommunikation. Die helfen dann bestimmt auch gerne bei der Formulierung. 

 


Sorgfalt bei Bewerbungen zahlt sich aus -
und telefonieren auch


So, jetzt aber zurück zu den Bewerbern: 

 

natürlich gelten die genannten Qualitätskriterien auch für Euch. Also: sauber recherchierte, gut formulierte Bewerbungen auf Stellen verschicken, die zu Euch passen. Und auch dabei bitte dran denken, dass in der Personalabteilung ebenfalls Menschen sitzen - auch wenn sich's manchmal nicht so anfühlen mag.

 

Und wenn tatsächlich mal keine Rückmeldung kommt: anrufen und nachfassen ist erlaubt. Und kann die Chancen sogar deutlich erhöhen. Als Frist dafür werden im Regelfall 8-10 Werktage nach Abschicken der Bewerbung empfohlen. Dass wir dabei höflich bleiben, versteht sich ja von selbst... und dass wir uns ohne konkrete Vereinbarung zumindest eines Termins für den nächsten Anruf nicht abwimmeln lassen, auch. Oder?

 


 

P.S.: noch viel besser als jeder nachträgliche Anruf ist ein Telefonat VOR dem Abschicken der Bewerbung - das kann DER Erfolgsbooster überhaupt sein.

 

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